Wählen Sie ein anderes Land, um sich über die Services vor Ort zu informieren

//Land auswählen

Presse und Medien

6. Februar 2020

Gefahrenschwerpunkt „Toter Winkel“

Die Erfahrung zeigt immer wieder aufs Neue: Unfälle zwischen abbiegenden Lkw und Radfahrern oder Fußgängern sind zwar vergleichsweise selten, zeigen aber meist besonders schwere Folgen. Ursache von Abbiegeunfällen ist häufig der „Tote Winkel“. „Selbst Pkw-Fahrer können ungeschützte Verkehrsteilnehmer in einer solchen Situation schnell übersehen“, warnt Marcellus Kaup von TÜV SÜD.

Elektronische Helfer

Verkehrsexperten sind sich grundsätzlich einig: Abbiege-Assistenzsysteme – vor allem in Lastwagen – können solche Unfälle verhindern. Laut Unfallforschung der Versicherer (UDV) ließen sich 60 Prozent der schweren Unfälle durch abbiegende Lkw mit solchen elektronischen Helfern vermeiden und die gibt es zwar, doch sie sind noch nicht weit verbreitet. Eine EU-weite Regelung für den verpflichtenden Einbau solcher Assistenzsysteme in alle Lkw soll erst 2024 kommen.

Als Pkw-Fahrer kann man die Gefahr des Toten Winkels durch die entsprechende Ausrichtung der Außenspiegel minimieren. Dabei empfiehlt es sich, beim Einstellen des linken Spiegels den Kopf so nahe wie möglich ans Fenster zu lehnen. „Dann justiert man den Spiegel so weit nach außen, dass das eigene Auto gerade nicht mehr zu sehen ist“, rät der TÜV SÜD-Fachmann. Der dadurch veränderte Blickwinkel deckt dann den Toter Winkel besser ab, aber eben nicht vollständig. Für die rechte Seite heißt es ebenfalls, sich etwas auf die Beifahrerseite zu lehnen und den Spiegel soweit nach außen zu richten, dass lediglich die Straße, nicht jedoch das eigene Fahrzeug zu sehen ist.

Lkw-, aber ebenso Pkw-Fahrer sehen Radfahrer, Fußgänger oder Motorradfahrer direkt neben dem Fahrzeug im Spiegel kaum oder gar nicht. „Deshalb ist der Schulterblick hier so wichtig, genauso wie vor dem Öffnen der Autotür sowie auf Autobahnen beim Überholen und Wiedereinordnen. Sonst werden andere Verkehrsteilnehmer schnell übersehen – mit möglichen verhängnisvollen Folgen“, schildert Kaup seine Erfahrungen. Radfahrer und Motorradfahrer sollten ihrerseits vermeiden, direkt neben einem Pkw oder Lkw zu fahren und immer mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. 

An einer roten Ampel oder einer Kreuzung müssen sich Zweiradfahrer wie Fußgänger über direkten Blickkontakt mit dem Pkw oder Lkw-Fahrer vergewissern, dass sie gesehen werden. „Wer den Fahrer über den Außenspiegel des Fahrzeugs nicht sieht, wird auch nicht gesehen“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann: „In solchen Verkehrssituationen heißt es, sicheren Abstand zum Fahrzeug zu halten – entweder weit davor oder dahinter – und zu warten, bis es abgebogen ist.“ Zwar müssen Lastwagen über 3,5 Tonnen mit einem erweiterten Spiegelsystem für eine lückenlose Rundumsicht ausgestattet sein, weiß der TÜV SÜD-Fachmann, „aber dennoch ereignen sich solche Unfälle immer wieder.“

„Um nicht sich selbst und andere in Gefahr zu bringen, sollten sich insbesondere Radfahrer penibel an die Verkehrsregeln halten“ legt Kaup Radlern ans Herz: „Den Radweg in verkehrter Richtung befahren, bei Rot über die Fußgängerampel fahren oder mit Musik im Ohr durch die Stadt brausen – alltägliche Bilder im städtischen Geschehen.“ In diesem Zusammenhang erinnert der TÜV SÜD-Experte daran, dass im Falle eines solchen Unfalles der Versicherungsschutz erlischt.

Pressekontakt: Vincenzo Lucà

Wie können wir Ihnen helfen?

WORLDWIDE

Germany

German

Global

Americas

Asia

Europe

Middle East and Africa