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Presse und Medien

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28. April 2020

Vorsicht bei der individuellen Ferienfahrt

Die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen erreichten im vergangenen Jahr den bisherigen Höchststand und auch im Januar gab es einen neuen Bestwert für den ersten Monat des Jahres. Allein die Zahl der Neuzulassungen von Reisemobilen wuchs im Februar um unglaubliche 50,2 Prozent. Insgesamt wurden 4.974 Fahrzeuge neu zugelassen. Die Zahlen zeigen, diese Urlaubsvariante findet immer mehr Liebhaber, zumal es angesichts der Coronakrise mittelfristig schwerfällt, eine konkrete Urlaubsplanung in Angriff zu nehmen. Für die traditionellen Urlaubshotspots mit Massentourismus dürfte die Sommersaison weitgehend ausfallen. „Immer das eigene Bett dabei, wohl möglich täglich neue Aussichten vor dem Fenster – Reisen mit einer mobilen Ferienresidenz hat was“, gibt Karsten Graef von TÜV SÜD in München zu bedenken. Die derzeitigen Ausgangsbeschränkungen könne man gut nutzen, um sich über spätere Ziele zu informieren.

Als Neuling sollte man sich allerdings mit den Eigenarten dieser Urlaubsdomizile ausgiebig vertraut machen, bevor es zu den individuellen Zielen geht. „Selbst erfahrene Wohnmobilisten müssen erst wieder ein Gefühl für die geänderten Fahrbedingungen bekommen“, schildert Graef seine Erfahrungen. Entsprechende Kurse bieten Hersteller, Autoclubs oder Sachverständigenorganisationen an.

Wohnwagen und Wohnmobile sind höher und breiter gebaut als der gewohnte Pkw. Die Sicht nach hinten ist eingeschränkt. Ein Manövrieren ist komplizierter. 2,5 Meter Breite sowie sieben Meter Länge sind üblich für ein familientaugliches Wohnmobil, ein Gespann aus Pkw und Wohnwagen ist sogar noch viel länger. Aufgrund der größeren Seitenfläche sind Caravans wie Wohnmobile besonders windanfällig. Die daraus resultierenden Fahreigenschaften brauchen Erfahrung. „Grundsätzlich sollte man sich also vorsichtig an das deutlich andere Fahrverhalten herantasten und auf keinen Fall zu schnell unterwegs sein“, rät Graef.

Besonders in Kurven können aufgrund der stärkeren Seitenneigung gefährliche Fahrsituationen entstehen. Im Extremfall schaukelt das Gefährt auf, was bis zum Kippen des Fahrzeugs führen kann, gerade Wohnwagen neigen bei falscher Beladung und zu hohen Geschwindigkeiten zum starken Schlingern. Auf Autobahnbrücken und beim Überholen von Lkw ist Vorsicht geboten, hier droht Spurversatz durch Seitenwinde. Beim Bremsen muss der längere Bremsweg einkalkuliert werden. Bei Gegenverkehr, beim Abbiegen sowie in Autobahnbaustellen müssen die größeren Abmessungen des Fahrzeugs bzw. der Fahrzeugkombination beachtet werden.

Neben dem Beachten der Fahrphysik rät der Fahrzeugexperte dringend zur Einhaltung der wichtigsten Sicherheitshinweise. Niemals dürfen die zulässige Anhängelast sowie das zulässige Gesamtgewicht überschritten werden. Bei Überladung droht Unfallgefahr. Das Gefährt wird unbeherrschbar. Vor allem auf die Verteilung der Last ist zu achten. Sowohl bei Wohnwagen und Wohnmobil kann eine falsche Beladung zu einem kritischen Fahrverhalten führen.

Generell gilt in Deutschland für das Fahren mit Anhänger ein Tempolimit von 80 Kilometer pro Stunde (km/h). Wenn Wohnanhänger und Zugfahrzeug gewisse Voraussetzungen mitbringen, dürfen auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen 100 Stundenkilometer gefahren werden. Die Voraussetzung hierfür und die notwendige Abnahme nach der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO können bei dem nächstgelegenen TÜV SÜD Service-Center erfragt werden. „Geht die Fahrt ins Ausland, sollte man sich zuvor über die dortigen Regeln informieren“, legt Graef Urlaubsfahrern ans Herz. Vielfach sind die erlaubten Geschwindigkeiten an das jeweilige Gewicht gekoppelt. Vor Beginn der Urlaubsreise sollte man zudem den technischen Zustand des Fahrzeugs in Augenschein nehmen. „Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Reifen und Stoßdämpfern. Die Reifen können durch hohe Standzeiten Beschädigungen wie Ausbeulungen und Altersrisse aufweisen und sollten schnellstmöglich ausgetauscht werden. Auch abgefahrene Reifen, falscher Reifendruck sowie defekte Stoßdämpfer verschlechtern die Straßenlage des Mobils drastisch“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken. Bedacht werden muss zudem, ob die Fahrerlaubnis ausreicht. Die magische Zahl lautet 3,5 und markiert das zulässige Gesamtgewicht in Tonnen. Bis zu dieser Grenze dürfen alle Fahrzeuge mit dem normalen Pkw-Führerschein der Klasse B bewegt werden. Nur wer vor 1999 seine Fahrerlaubnis der Klasse 3 bekommen hat oder im Besitz der Klasse C1 ist, darf auch Fahrzeuge von 3,5 bis 7,5 Tonnen steuern.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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