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Presse und Medien

28. April 2020

Gebrauchtwagenkauf – Technik und Tücken

Mehr als sieben Millionen mal pro Jahr wechseln Personenwagen den Besitzer in Deutschland. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Gebrauchtwagenpreis im Markenhandel hier bei rund 16.500 Euro. Da ist es verständlich, dass man als Käufer eines neuen Gebrauchten auf der sicheren Seite stehen will. „Deshalb sollten sich Interessenten nicht von aufpolierten Gebrauchten blenden lassen und beim Autokauf ein Expertenurteil hinzuziehen“, rät Karsten Graef von TÜV SÜD in München. Neben dem optischen Zustand empfiehlt es sich, die wichtigsten technischen Parameter des Fahrzeugs unter die Lupe zu nehmen, besser noch, „von einem Fachmann prüfen lassen.“

Wer auf der sicheren Seite stehen möchte, dem ist zu empfehlen bei einem Händler zu kaufen. Im Gegensatz zu Privatverkäufern muss dieser im Kaufvertrag mindestens eine zwölf-monatige Sachmängelhaftung übernehmen. Und im ersten Halbjahr liegt die Beweislast sogar beim Händler. Er muss bei einer Fahrzeugreklamation oder -rückgabe beweisen, dass die Schäden bei der Übergabe des Wagens noch nicht vorhanden waren. Darüber hinaus bieten viele Händler Garantiepakete für den Gebrauchtwagenkauf an, die den Preis allerdings auch in die Höhe treiben.

Das Inspektionsscheckheft sollte stets lückenlos sein. Sonst besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug nicht regelmäßig gewartet wurde. „Das Datum der für Fahrzeuge obligatorischen Hauptuntersuchung (HU) ist ebenfalls wichtig, denn steht die HU kurz bevor, ist die Frage berechtigt, warum der Verkäufer sie nicht vorzieht.“ Aber selbst eine gültige Plakette am Kfz-Kennzeichen gibt nicht unbedingt Entwarnung. „Die Plakette wird auch mit Auflagen und einer Frist zur Mängelbeseitigung vergeben. Zudem ist die Hauptuntersuchung nicht mit einem Wert- oder Gebrauchtwagengutachten zu vergleichen. Im Fokus steht hier nämlich immer nur die Verkehrssicherheit“, erläutert Graef. Deshalb sollte man sich sowohl das Prüfprotokoll zeigen lassen, als auch nach Möglichkeit ein unabhängiges Gutachten zum allgemeinen Zustand des Fahrzeugs einholen.

Grundsätzlich rät der TÜV SÜD-Fachmann Gebrauchtwagenkäufern, sich im Vorfeld des Kaufs genau zu informieren. So liefert beispielsweise der jährliche TÜV-Report (4,90 Euro/196 Seiten) umfassende Details zu den Stärken und Schwächen des jeweiligen Typs. Zudem sollte klar sein, welches Modell bei der Fülle an Angeboten konkret in Frage kommt. „Eventuell kann ja auch ein vergleichbares Modell eines anderen Herstellers in Betracht gezogen werden, welches günstiger am Markt angeboten wird“, gibt der Fachmann zu überlegen.

Im Internet kann man sich einen guten Überblick über Angebot und Preisgefüge verschaffen. „Schnäppchen lassen sich dort aber nur noch selten finden“, schildert Graef seine Erfahrungen. In den großen Internetbörsen seien die Preise sehr ähnlich. Bei den eigenen Web-Recherchen empfiehlt es sich, immer genau auf die Plausibilität der Angaben achten. „Im Netz klaffen Realität und Schöne-Bilder-Welt oft auseinander. Manches verlockende Angebot dient lediglich dem Zweck, Interessenten zu ködern“, warnt der Fachmann.

500 Kilometer weit fahren für ein günstiges Angebot? „Das lohnt sich meist nur für Autos der gehobenen Preisklasse“, urteilt Graef. Zeitungsinserate in regionalen Tageszeitungen oder lokalen Anzeigeblättern sind für die Suche nach Fahrzeugen im unteren Preissegment erfahrungsgemäß auch heute noch eine gute Wahl. Als wahrer Geheimtipp stellen sich oft die Kleinanzeigen in regionalen Internetbörsen heraus.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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