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GUT GEPFLEGT IN DEN WINTERSCHLAF

Motorradspaß und Winter, die Gleichung geht für die wohl meisten Biker nicht auf. So ist für sie dann die Saison gelaufen, das Bike bleibt stehen. „Wer allerdings im kommenden Frühjahr keine unliebsamen oder gar teuren Überraschungen erleben will, sollte vor der Saisonpause etwas Zeit in die Pflege des Motorrads investieren“, rät Lars Krause von TÜV SÜD in München. Die richtige Wintervorbereitung verhindert, dass die Maschine Rost ansetzt, Kunststoffteile vorzeitig altern oder die Batterie im Frühjahr schlappmacht. Auch ein Blick in die Bedienungsanleitung der Bike-Herstellers ist empfehlenswert. Dort finden sich Pflegetipps und für die jeweilige Maschine hilfreiche Hinweise, die man wohl möglich nicht immer parat hat.

Für die saisonale Pause des Zweirades eignet sich am besten ein trockener, sauberer Raum. „Steht ein solcher nicht zur Verfügung“, rät der TÜV SÜD-Fachmann, „schützt eine bis zum Boden reichende und zum Schutz gegen Kratzer innengefütterte Pelerine das Bike.“ Allerdings kann sich darunter witterungsbedingt Schwitzwasser ansammeln. Deshalb sollte der Bike-Besitzer hin und wieder an trockenen Tagen die schützende Schicht abnehmen und auslüften. Und noch etwas sollte nicht vergessen werden, rät Krause: „Die wertvolle Maschine sollte mit massiven Bügel- oder Bremsscheibenschlössern vor Dieben gesichert werden.“

Bevor das Bike endgültig in die Winterpause kommt, sollte der Reifendruck um 0,5 bar erhöht werden. Das Motorrad ist, wenn möglich, so aufzubocken, dass beide Räder keinen Bodenkontakt besitzen. „Das entlastet die Pneus, verhindert Unwuchten oder Verformungen“, erläutert Krause. Bei Motorrädern mit Seitenständer empfiehlt es sich, die Maschine alle zwei Wochen ein Stück zu bewegen. Federung und Dämpfung sind auf die geringste Vorspannung einzustellen.

Unabhängig vom Quartier empfiehlt sich vor der Winterpause die Maschine gründlich zu reinigen. Nach der Putzaktion sollte das Bike trocken gefahren werden, damit an den Bremsscheiben kein Flugrost entsteht. Der nächste Schritt: Bei noch warmem Motor das Motoröl wechseln und den Ölfilter austauschen. „Verbrauchtes Öl enthält aggressive Verbrennungsrückstände, die während der Standzeit nicht im Motor bleiben sollten“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann. Zudem sollten die Ölstände von Getriebe, Kardan (falls vorhanden) und Gabel kontrolliert werden. Bei flüssigkeitsgekühlten Maschinen ist darüber hinaus die Kühlflüssigkeit inklusive Frostschutz nach den Angaben des Herstellers zu erneuern. „Frostschutzmittel verhindern Korrosion im Kühlkreislauf des Aggregats sowie Kalkanlagerungen in den feinen Kühler-Rippen,“ begründet Krause seinen Pflegetipp.

„Rostbildung vermeidet außerdem, wer Maschinen mit Stahltank bis zur festgelegten Obergrenze betankt“, empfiehlt Krause. Danach sind Benzinleitung, Kraftstoff-Filter und Vergaser zu leeren. So lässt sich ein Verharzen der Düsen vermeiden. Bei modernen Maschinen mit Einspritzanlage dagegen empfiehlt es sich, Benzinstabilisator in den Tank zu füllen, und dann einige Kilometer zu fahren, damit der Stabilisator zu den Einspritzdüsen gelangt. Anschließend wird auch hier vollgetankt. Außerdem gehört der Einsatz des Luftfilters gereinigt. „Ein mit Öl getränkter Lappen in den Endrohren des Auspuffs schützt davor, dass sich Wasser ansammelt“, rät der Fachmann.

Spezielle Konservierungssprays schützen Kolben und Zylinder vor Kondenswasser. Notfalls reichen ein paar Tropfen Motoröl. Dafür sollte man die Zündkerzen herausschrauben, das Öl einfüllen, den Motor per Starter mehrmals durchdrehen und die Kerzen wiedereinsetzen. Bewegliche Teile wie Gelenke, Hebel oder Bowdenzüge brauchen ebenfalls Öl oder Fett. Aber Achtung: Modernen Zügen kann Fett auch schaden, deshalb die Herstellerhinweise beachten. Abschließend heißt es dann, die Antriebskette reinigen, gegebenenfalls nachspannen und mit einem Kettenspray einzusprühen – dabei die Reifen abdecken.

Bleibt die Batterie eingebaut, sollte sie an ein geregeltes Ladegerät angeschlossen werden, dass die Selbstentladung des Akkus kompensiert. „Wird der Stromspender ausgebaut, sollte man ihn kühl, trocken und frostsicher lagern sowie etwa alle zwei Monate aufladen. Das erhöht die Lebensdauer des Akkus. Dabei – wenn möglich und nötig – ist der Säurestand zu überprüfen und bei Bedarf destilliertes Wasser nachzufüllen“, so der TÜV SÜD-Fachmann.

Pressekontakt: Vincenzo Lucá

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