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E-Bikes fahren sich anders

E-Bikes boomen. Im Jahr 2017 erhöhte sich ihr Bestand um etwa eine halbe Million auf rund 3,5 Millionen. Vor allem die Vielfalt von Modellen, modernes Design und Innovationen der Antriebs- und Batterietechnologie kommen nach Informationen des Zweirad-Industrie-Verbandes beim Kunden bestens an. „Wer mit einem solchen Rad liebäugelt, sollte allerdings einiges beachten“, rät Philip Puls von TÜV SÜD in München.

Unter dem Sammelbegriff E-Bike findet sich eine Vielzahl verschiedener Radtypen. Der absolut größte Anteil aller Elektro-Räder sind sogenannte Pedal Electric Cycle, verkürzt Pedelecs. Sie bieten nur dann Motorunterstützung, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Erfolgt die Pedalunterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde (km/h), gelten Pedelecs als Fahrrad und sind nicht zulassungspflichtig. Die Motorleistung darf bei diesen Rädern nicht mehr als 250 Watt betragen. Wer schneller fahren will, kann zu sogenannten Speed-Pedelecs (S-Pedelecs) greifen. Diese haben mehr Leistung und unterstützen den Fahrer bis zu Geschwindigkeiten von 45 km/h. Da sie rechtlich als Kleinkrafträder gelten, benötigen sie eine allgemeine Betriebserlaubnis (ABE/EG Betriebserlaubnis) und ein Versicherungskennzeichen. Die Fahrer müssen über die Fahrerlaubnis der Klasse AM verfügen, außerdem besteht Helmpflicht (Motorradhelm). Die eigentlichen E-Bikes hingegen fahren auf Knopfdruck auch ohne Pedalunterstützung. Dieses System ist bis sechs km/h zulassungsfrei.

Eine klare Warnung spricht der TÜV SÜD-Fachmann zum Schnellermachen von Pedelecs aus: „E-Bike-Tuning ist kein Kavaliersdelikt, solche Räder sind auf öffentlichen Straßen verboten.“ Wer erwischt wird, muss mit einer Anzeige wegen Fahren ohne Betriebserlaubnis und Versicherung und gegebenenfalls ohne Fahrerlaubnis rechnen. Zudem verliert man die Garantie auf seinen E-Bike-Antrieb.

„Außerdem sollte man im Hinterkopf haben, dass im Fall des Falles auch ein nachträglicher Ausbau des Tuningkits nicht schützt“, erinnert Puls: „Selbst nachdem das Modifizierungszubehör entfernt wurde, können Fachleute den Einsatz entsprechender Tuningsets nachweisen.“

Auch im Rahmen des Erlaubten ist das Fahrverhalten eines E-Bikes anders als bei einem konventionellen Fahrrad. Beispielsweise muss sich der Fahrer auf ein verändertes Kurvenverhalten und schnelle Beschleunigung einstellen. Die stärker zupackenden Bremsen wollen mit Gefühl dosiert werden, damit sie bei einer stärkeren Bremsung nicht blockieren. Grundsätzlich sollten es Neulinge auf einem Elektro-Rad auf den ersten Kilometern vorsichtig und gemächlich angehen lassen und sich mit der Bedienung sowie dem Fahrgefühl erst einmal vertraut machen. Auch ist verstärkt auf die anderen Verkehrsteilnehmer zu achten. Diese gehen aufgrund des Designs oft von einem konventionellem Fahrrad aus und unterschätzen Geschwindigkeit und Beschleunigung.

„Das höhere Tempo gegenüber konventionellen Fahrrädern verlangt mehr Aufmerksamkeit und eine vorausschauende Fahrweise“, schildert Puls seine Erfahrungen. Hinzu kommt: Die Geschwindigkeit eines E-Bikes wird von Fußgängern, Autofahrern und anderen Fahrradfahrern immer wieder unterschätzt. Zudem empfiehlt es sich mit Blick auf das höhere Tempo, stets einen Helm zu tragen. Wichtig: Laut der europäischen VO 168/2013! Richtlinie 2002/24/EG ist ein Pedelec dem Fahrrad juristisch gleichgestellt. Das hat weitreichende Konsequenzen. „Fahrer benötigen weder ein Versicherungskennzeichen noch ein besonderes Zulassungsverfahren oder einen Führerschein. Das Pedelec muss aber trotzdem die Vorschriften (insbesondere hinsichtlich Beleuchtung) erfüllen.

Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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