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Presse und Medien

Im freien Flug

Warndurchsagen vor einem Koffer oder einem Fahrrad auf der Fahrbahn gehören zur jährlichen Hauptreisezeit immer wieder zum automobilen Alltag. „Besonders während der traditionellen Ferienmonate mehren sich erfahrungsgemäß solche Radiohinweise und beweisen damit, dass so mancher Bundesbürger zwar gerne mit Sack und Pack verreist, aber die Ladung, die nicht mehr ins Auto hineinpasst, oftmals ungenügend sichert“, gibt Philip Puls von TÜV SÜD in München zu bedenken.

Dachgepäckträger sowie -boxen sind offenkundig ein beliebtes und probates Mittel, um den Stauraum im Auto zu erweitern. Werden dabei allerdings die technischen Gegebenheiten, die Vorschriften von Zuladung und Gesamtgewicht nicht beachtet, wird die Fahrt mit der Dachlast gefährlich. Moderne Autos benötigen nicht nur ein auf den Einsatzzweck optimiertes System für Räder oder Dachboxen. „In aller Regel braucht man einen speziell auf den jeweiligen Fahrzeugtyp abgestimmten Grundträger, der nur an den dafür vorgesehenen Befestigungspunkten am Auto sicher montiert werden darf“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann: „Nicht zuletzt dienen die typisierten Konstruktionen dazu, Lack- und Blechschäden am Fahrzeug zu vermeiden.“

Den richtigen Dachträger samt Befestigung für das eigene Auto zu finden, ist trotz aller Vorschriften meist unproblematisch. „Auf den Internetseiten der namhaften Hersteller kann man sich in aller Regel bis zum gewünschten Fahrzeugtyp durchklicken, um das passende System zu ermitteln“, weiß Puls und empfiehlt nachdrücklich: „Keine Träger und kein Zubehör ohne Kennzeichnung verwenden.“ Moderne Dachboxen werden gegenüber den Normen DIN 75302 oder ISO 11154 geprüft.

Sichere Spanngurte, mit denen beispielsweise Surfboards oder Boote auf dem Dachträger verzurrt werden, sind häufig mit GS oder nach DIN 12195/2 gekennzeichnet und tragen einen Aufnäher, der die Zurrkraft des Gurts in daN (= Dekanewton, entspricht der maximalen Zugkraft in Kilogramm) angibt. „Die Beachtung dieser Normen enthebt den Autofahrer allerdings nicht seiner ganz persönlichen Verpflichtung nach Paragraf 22 Straßenverkehrsordnung (StVO), wonach die Ladung so zu verstauen und zu sichern ist, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen oder herabfallen kann“, ergänzt der TÜV SÜD-Fachmann.

Vielfach im Unklaren sind sich Autofahrer darüber, wie viel Kilogramm sie dem Autodach zumuten können und dürfen. Puls: „Die maximal zulässige Dachlast für Pkw ist nicht in den Fahrzeugpapieren eingetragen.“ Sie findet sich vielmehr in der Bedienungsanleitung und beträgt je nach Fahrzeugtyp im Normalfall zwischen 30 und 100 Kilogramm.

Selbst wenn in der Bedienungsanleitung der Träger nicht eigens darauf hingewiesen wird, sollte man möglichst die Autobahnrichtgeschwindigkeit von Tempo 130 nicht überschreiten, legt Puls Autofahrern schließlich ans Herz und fügt einen Tipp an: „Vergessen Sie nie Ihre Ladung auf dem Dach, sonst kann das Einfahren in Tiefgaragen und das Rückwärtsparken ausgesprochen teuer werden.“

Einkalkulieren sollte man zudem: Durch die größere Seitenfläche ist das Fahrzeug empfindlicher gegen Seitenwind. Besonders nach Waldstücken und auf Brücken ist erhöhte Vorsicht geboten und „nach der Montage sollte man nach einigen Kilometern die Befestigung der Dachbox und der Ladung noch einmal inspizieren“, empfiehlt der TÜV SÜD-Fachmann.

Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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