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Baustellen: Besser rechts als ängstlich links

Baustellen auf den Autobahnen gehören zum automobilen Alltag. Vor allem in den Sommermonaten und bis Oktober prägen sie laut dem Statistischen Bundesamt das Fernstraßenbild. Derzeit gibt es bundesweit etwa 550. So nötig Baustellen sind, sie behindern den Verkehrsfluss und – schlimmer noch – „sie sind erfahrungsgemäß eine häufige Unfallquelle“, warnt Marcellus Kaup von TÜV SÜD. Insbesondere das Fahren auf der linken Fahrspur wird aufgrund der Enge von vielen Autofahrern als besonders unangenehm empfunden.

„Knapp die Hälfte der Befragten fühlen sich in Autobahnbaustellen nicht sicher und jeder sechste Fahrer verspürt sogar regelrecht Angst“, zitiert Kaup Umfrageergebnisse. Die engen Platzverhältnisse, die ungewohnte Spurführung verzeihen kein gedankliches Abschweifen, kein Hantieren am Radio und schon gar nicht am Telefon, selbst bei Freisprecheinrichtung.

Grundsätzlich ist in Baustellenbereichen die rechte Fahrspur breiter und deshalb empfiehlt Kaup Autofahrern, die sich auf der linken Spur unsicher fühlen, sich rechts einzuordnen und so die Nerven zu schonen, der Zeitverlust ist minimal. „In einer fünf Kilometer langen Baustelle bringen zehn Kilometer pro Stunde (km/h) mehr gerade einmal 25 Sekunden Zeitgewinn“, rechnet Kaup vor.

Zudem kommt, dass die linke Spur erfahrungsgemäß nur bis zu einer bestimmten Breite erlaubt ist. Das Problem: Die in den Fahrzeugpapieren eingetragene Fahrzeugbreite weist nur die Fahrzeugdimension ohne Außenspiegel aus. „Deshalb sollte man sich über die tatsächliche Breite seines Fahrzeugs informieren“, legt der TÜV SÜD-Fachmann Autofahrern ans Herz, „sonst droht Bußgeld“. Das gilt ebenso für die Tempolimits. Baustellenbereiche sind ein gern gewählter Platz für polizeiliche Kontrollen.

„Wenn vor der Baustelle die Anzahl der Fahrspuren reduziert wird, muss man sich nach dem Reißverschlusssystem einordnen. So schreibt es die Straßenverkehrsordnung (StVO) vor. In diesem Fall sortieren sich die Fahrzeuge abwechselnd auf der weiterführenden Spur ein, eines von der einen, dann eines von der anderen Seite. Dieses Fahrmanöver sollte erst unmittelbar vor Ende des Fahrstreifens erfolgen; Autofahrer, die bis zum Hindernis fahren, verhalten sich also korrekt. „Zu frühes Einfädeln vor dem Ende des Fahrstreifens verursacht eher einen Stau oder Stockungen. Autofahrer auf der weiterführenden Spur müssen die anderen Verkehrsteilnehmer nach dem Reißverschlussverfahren einfädeln lassen“, erinnert Kaup.

Vielfach werden Autofahrer durch entsprechende Beschilderung dazu aufgefordert, in Baustellen versetzt zu fahren. „Durch den Verzicht auf Überholmanöver lassen sich Kollisionen mit dem Nebenmann vermeiden, die zweithäufigste Unfallursache in Baustellenbereichen“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken und „verzichten Sie auf Spurwechsel sowie Überholmanöver in solchen Passagen.“ Man ist dadurch kaum langsamer, aber viel sicherer unterwegs. Ebenso wichtig und sicherheitsrelevant ist der ausreichende Abstand zum Vordermann. „Besondere Vorsicht ist im Verschwenkungsbereich angebracht“, erinnert Kaup: „Lkw oder Gespanne brauchen dort deutlich mehr Platz.“

Im Falle einer Panne heißt es, Warnblinker einschalten und – wenn machbar – das Fahrzeug so weit wie möglich an den rechten Fahrbahnrand manövrieren. Anschließend sollten alle Insassen den Wagen auf der dem Verkehr abgewandten Seite verlassen und ihre Warnweste überstreifen. Erhöhte Aufmerksamkeit ist bei Nachtbaustellen geboten. Besonders kritisch ist dort der Übergang von beleuchteten auf unbeleuchtete Abschnitte. „Reduzieren Sie im Zweifel das Tempo, damit Sie die Spurführung besser erkennen und reagieren können“, empfiehlt Kaup.

Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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