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Presse und Medien

3. November 2020

Füllstand im Auge behalten

Moderne Diesel brauchen AdBlue. Das ist eine flüssige Harnstofflösung, die bei Fahrzeugen mit SCR-Systemen zur Reduzierung der Stickoxidemissionen von einem speziellen Ventil dosiert in den Abgasstrang eingespritzt wird. „Dort reagiert sie mit den Schadstoffen und wandelt sie fast vollständig in Wasserdampf sowie ungefährlichen Stickstoff um“, erläutert Romeo-Codrin Ciubotaru von TÜV SÜD in München. Aber, neigt sich der AdBlue-Vorrat seinem Ende oder ist gar aufgezehrt, quittiert der Diesel seinen Dienst. Ist zu wenig AdBlue im Tank, drohen erhöhte Stickoxidwerte. Deshalb springt dann der Motor nicht mehr an. Gewöhnlich signalisieren Dieselfahrzeuge mit SCR-Kat, wenn die im Tank vorhandene AdBlue-Menge eine festgelegte Restreichweite unterschreitet.

Die AdBlue-Tanks der aktuellen Fahrzeuge mit SCR-System besitzen ein Fassungsvermögen zwischen acht und 33 Liter. Weil der AdBlue-Verbrauch bei rund drei bis fünf Prozent des Kraftstoffverbrauchs liegt, wird ein Auffüllen des AdBlue-Tanks je nach Abstimmung des Abgassystems und den Einsatzbedingungen etwa alle 5.000 bis 15.000 Kilometer notwendig. Dabei kann die Nachfüllaktion unnötig teuer werden. „Da viele Tankstellen für Pkw keine Zapfsäulen mit AdBlue haben, müssen Autofahrer dort Kanister kaufen und ein Mehrfaches des Preises zahlen, der an Zapfsäulen aufgerufen wird“, gibt der Fachmann zu bedenken. Zum Vergleich: Der Zapfpreis für Lkw liegt pro Liter je nach Tankstelle zwischen 50 und 60 Cent. Sparen lässt es sich auch im Supermarkt. Inzwischen findet man den Harnstoff als Aktionsware bei Discountern – dann häufig schon für unter einen Euro pro Liter. Qualitative Bedenken müssen einen dabei nicht plagen. „Wie für Kraftstoff gibt es ein enges Normengeflecht hinsichtlich der Eigenschaften“, beruhigt der TÜV SÜD-Fachmann.

Die Vorratsbildung macht darüber hinaus bei längeren Auslandsreisen Sinn. In Deutschland gibt es derzeit etwa 500 Tankstellen mit AdBlue-Zapfsäulen, in Frankreich rund 150, zweistellig wird es in der Schweiz, Belgien oder Spanien und ob der Tankstellenshop im fernen Süden überhaupt Kanister mit AdBlue vorhält, kann man aus der Ferne kaum recherchieren.

„Ein Nachfüllen in Eigenarbeit stellt kein Problem dar“, schildert Ciubotaru seine Erfahrungen. Wo der AdBlue-Tank sich konkret befindet, weist das Autohandbuch aus. Ältere Fahrzeuge mit SCR-Technik hatten den Einfüllstutzen zumeist im Kofferraum. Inzwischen befindet sich der Tankstutzen bei neueren Fahrzeugen in der Regel befindet gut erreichbar neben dem Kraftstoffeinfüllstutzen.

Aber Achtung: Wer AdBlue aus einem Kanister nachfüllt, sollte dabei auf Sauberkeit achten. Schon leichte Verschmutzungen des Tankinhaltes können die Abgasreinigung schädigen. Kauft man AdBlue nicht an der Tankstelle, sondern günstig in größeren Gebinden in einem Baumarkt oder im Internet, sollte man unbedingt auf Qualitätsprodukte achten. Die weisen das offizielle AdBlue-Logo aus. Die entsprechenden Qualitätssiegel vergibt der Verband der Automobilindustrie (VDA). „Wer einen nicht vom Autohersteller freigegebenen Ersatzstoff verwendet, kann seine Garantieansprüche gegenüber dem Autohersteller verlieren“, gibt Ciubotaru zu bedenken.

Ausschlaggebend ist die Norm ISO 22241, sie ersetzt die ursprüngliche deutsche Norm DIN 70070 und regelt Qualität, Lagerung sowie Handhabung. Üblicherweise sind Kanister und Zapfsäulen mit dieser Norm gekennzeichnet. „AdBlue ist nicht giftig, kann aber auf Augen, Haut und Atemwege reizend wirken“, warnt der TÜV SÜD-Fachmann: „Bei Hautkontakt sollte man die Flüssigkeit mit viel Wasser abspülen.“ Vorsicht ist zudem angebracht, weil der Harnstoff korrosiv auf Stahl, Eisen, Nickel und Buntmetalle wirkt. Ebenfalls Lacke und Kunststoffe können bei längerer Einwirkung von AdBlue geschädigt werden. Daher sollten Verschmutzungen sehr bald mit viel Wasser abgewaschen werden.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucá

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