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Presse und Medien

15. Dezember 2020

Winterkleidung beeinträchtigt die Schutzwirkung des Gurtes

Airbags sind inzwischen Standard und dies in mannigfaltigen Ausführungen. Gleichwohl bleibt der Sicherheitsgurt immer noch Lebensretter Nummer Eins. Doch nur, wenn er richtig angelegt und in einem guten Zustand ist. Grundsätzlich gilt: Damit sich der Gurt rasch straffen kann, muss er eng am Körper anliegen. „Dicke Jacken – insbesondere jetzt während der kalten Jahreszeit – sollten deshalb im Auto ausgezogen werden“, rät Karsten Graef von TÜV SÜD in München: „Das ist besonders bei Kindern wichtig. Denn unter einem zu lockeren Gurt können sie leicht durchrutschen.“ Weiterhin soll der Gurt über Becken und Brust, nicht über Bauch und Hals verlaufen. Bei einem Aufprall drohen sonst schlimme Verletzungen.

Ob dicke Wintermäntel oder flauschige Anoraks, durch die zentimeterdicke Kleidungsschicht liegt der Gurt nicht stramm und korrekt am Körper an. Der Gurtstraffer, der die Aufgabe hat, den Gurt im Augenblick des Unfalls so straff wie möglich zu ziehen, kann ebenfalls seine Schutzfunktion nicht voll erfüllen.
Besonders problematisch ist ein nicht enganliegender Gurt bei Kleinkindern. Hier kann der Gurt zusätzlich an der meist glatten Oberfläche des Anzugs von den Schultern abrutschen und das Kind wird dann unkontrolliert nach vorne oder zur Seite geschleudert, erklärt Graef.

Ein weiteres Problem, „viele Sicherheitsgurte lassen sich für kleinere Kinder nicht ausreichend einstellen“, schildert Graef seine Beobachtungen: „Deshalb sind bis zu einem Alter von zwölf Jahren oder einer Körpergröße von weniger als 1,50 Metern spezielle Zusatz-Rückhaltesysteme Pflicht.“ Tipp des TÜV-SÜD-Experten: Damit der Sitz auch wirklich passt, sollte das Kind beim Kauf dabei sein. Mit zunehmendem Alter und Wachstum darf nicht vergessen werden, den Kindersitz anzupassen oder auszutauschen. Wichtig ist zudem, dass die Zusatzsicherung richtig und an den dafür vorgesehenen Punkten im Auto befestigt wird.

Vor allem bei der täglichen Fahrt zur Schule sollten Eltern trotz morgendlicher Hektik darauf achten, dass ihre Kinder richtig angeschnallt sind und nur so viele Passagiere mitgenommen werden, wie Anschnallgurte vorhanden sind. Kindersitze haben in den vergangenen Jahren wirkungsvolle Verbesserungen erfahren etwa durch die aktuelle Zulassungsvorschrift UN ECE-R 129. Sitze und Sitzerhöhungen orientieren sich nunmehr an der Größe der Kinder und nicht mehr wie ehedem am Gewicht. Sie passen daher besser zur körperlichen Entwicklung. Darüber hinaus ist ein optimales Zusammenwirken mit inzwischen üblichen Sicherheitssystemen wie Seitenairbags gewährleistet. In der EU sind für Auto-Kindersitze aktuell drei UN ECE-Regelungen gleichzeitig gültig: UN ECE R 44 in der Änderungsserie 3 (gekennzeichnet mit R 44/03), der neueren 4 (gekennzeichnet mit R 44/03) sowie UN ECE R-129 (Letztere auch bekannt als „i-Size-Norm“). Sitze mit diesen Genehmigungen dürfen in der EU und damit in Deutschland für den Transport von Kindern im Auto verwendet werden. Man erkennt die Genehmigung eines Kindersitzes anhand des Aufdrucks auf dem orangen Prüfsiegel, das auf dem Sitz kleben muss. Sitze, die nach älteren Änderungsserien der UN ECE-Regelungen 44 genehmigt wurden, dürfen nicht mehr genutzt werden. „Man sollte allerdings beachten“, rät Graef, „dass die UN- Regelungen lediglich einen Mindeststandard festlegen. Zwischen den zugelassenen Sitzen gibt es daher beträchtliche Unterschiede bezüglich des Schutzes und der Handhabung.“ Entscheidungshilfen bieten unabhängige Tests, die regelmäßig veröffentlicht werden.

Augenmerk sollte man aber ab und an den festinstallierten Gurten widmen. Selbst ein korrekt angelegter Gurt kann unter Umständen versagen. Der TÜV SÜD-Fachmann: „Sicherheitsgurte können beispielsweise durch Reibung an Reißverschlüssen oder Gürtelschnallen, gepaart mit starker Sonneneinstrahlung über die Jahre verschleißen.“ Mit Spannkraft und Flexibilität gehen dem Gurt die wesentlichen Eigenschaften verloren. Rollt sich der Gurt nicht mehr von selbst auf, hat er ausgefranste Stellen oder Risse, sollte er auf jeden Fall ausgetauscht werden. Auch nach einem Unfall ist es empfehlenswert, die Gurte von einem Experten sorgfältig prüfen zu lassen und im Zweifelsfall zu erneuern.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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