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Presse und Medien

15. Dezember 2020

Daneben gegriffen – Den Motor nicht starten

Ehe man sich versieht, unterlaufen einem im Alltag Fehler. Man ist unkonzentriert, in Gedanken woanders und schon hat man etwas falsch gemacht. Meist lassen sich solche gedanklichen Aussetzer schnell korrigieren. Nicht ganz so einfach ist es hingegen, wenn man versehentlich falsch getankt hat. „Die oberste Regel in einem solchen Fall lautet, den Motor möglichst erst gar nicht starten“, rät Karsten Graef von TÜV SÜD in München. Wird einem das Malheur erst bewusst, wenn man schon unterwegs ist, sollte man umgehend anhalten, den Motor ausschalten und sich Rat vom Fachmann holen. Der entfernt gegebenenfalls den falschen Treibstoff mit einem speziellen Absauggerät aus dem Tank. Geld von der Versicherung ist bei einem Tankirrtum nicht zu erwarten. Denn in einem solchen Fall kommt der Versicherte seiner Sorgfaltspflicht nicht nach, argumentieren Versicherungsjuristen.

Der folgenreichste Fehler an der Zapfsäule ist, wenn ein Dieselfahrzeug Benzin eingefüllt bekommt. „Der unterschiedliche Durchmesser der Zapfpistolen verhindert zwar in aller Regel das irrtümliche Betanken von Diesel in einen Benziner, doch der umgekehrte Vorgang ist problemlos möglich, weil der schmalere Rüssel eines Benzinschlauchs mühelos in den breiten Einlasstrichter eines Dieseltanks passt“, schildert Graef seine Erfahrungen.

Bereits das Einschalten der Zündung kann Probleme verursachen. Dabei wird nämlich schon Kraftstoff in Richtung Motor gepumpt, wo der falsche Sprit Schaden anrichten kann. Also lieber das Auto erst mal von der Zapfsäule beiseiteschieben. „Der Tankinhalt muss ausgepumpt, das Kraftstoffsystem gereinigt und neu mit Diesel befüllt werden“, schildert Graef die weitere Schadensbegrenzung. Moderne Dieselmotoren reagieren auf Benzin im Sprit absolut „allergisch“. Schon kleine Mengen des falschen Kraftstoffs können einen Austausch des kompletten Einspritzsystems erforderlich machen.

Bei Diesel statt Super sollte man den Tank ebenfalls sofort entleeren, da schon durch eine geringe Menge Diesel Störungen der Kraftstoffanlage, beispielsweise verstopfte Filter, Düsen, Regelungsteile oder Ventile, entstehen können. „Je nach Herstellervorschrift muss vielfach nicht nur der Tank gereinigt, sondern darüber hinaus die gesamte Kraftstoffanlage gründlich gesäubert und überprüft werden“, weiß der TÜV SÜD-Fachmann.

Wurde zur falschen Super-Sorte gegriffen und eine geringere als die geforderte Qualität eingefüllt, kann man vorsichtig weiterfahren, sollte aber Vollgas vermeiden sowie alsbald und richtig nachtanken. Bei modernen Motoren mit Klopfsensoren greift bei solchen Fehlbetankungen die Motorsteuerung ein und regelt das Problem durch Leistungsrücknahme, ohne dass der Fahrer sich darum kümmern muss.

„Wer irrtümlich E10- statt E5-Benzin getankt hat, muss ebenfalls vorsichtig sein, wenn sein Auto nicht für E10 geeignet ist“, rät Graef. Denn dadurch können gravierende Schäden hervorgerufen werden. Deshalb sollte man umgehend einen Blick in die Bedienungsanleitung des Herstellers werfen, um herauszufinden, ob das Fahrzeug grundsätzlich für E10 freigegeben ist. Andernfalls muss schlimmstenfalls der falsche Kraftstoff abgepumpt werden. Nach den Erfahrungen des TÜV SÜD-Fachmanns kann es jedoch ausreichen, unverzüglich den Tank mit einer ethanolarmen Kraftstoffsorte aufzufüllen, um so wieder ein möglichst unkritisches Ethanol-Mischungsverhältnis zu bekommen.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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