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Diversity in der Arbeitswelt

Ein Interview mit Prof. Dr. Ing. Axel Stepken (Vorsitzender des Vorstands)

Prof. Axel Stepken

Prof. Axel Stepken Über Diversity in der Arbeitswelt

Vielfältige Perspektiven helfen Unternehmen, unterschiedliche Kundenbedürfnisse und damit passgenaue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Leadership, eine Kultur vielschichtiger Persönlichkeiten & Innovationen durch diverse Teams spielen dabei eine herausragende Rolle.

 

Was bedeutet Vielfalt und Inklusion für Sie persönlich?

Vielfalt bedeutet für mich persönlich, zu erkennen, dass wir alle einzigartig und wertvoll sind. Jede und jeder von uns bringt eine Vielzahl unterschiedlichster Eigenschaften und Erfahrungen mit. Ich sehe es als unsere gemeinsame Aufgabe, eine wertschätzende (Arbeits)welt für alle zu schaffen, unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft.

 

Und für das Unternehmen TÜV SÜD?

Als Unternehmen sehen wir in der Förderung von Vielfalt und Inklusion vor allem viele Chancen: Eine Kultur, in der ALLE ihre Persönlichkeit voll entfalten und entwickeln können, hilft nicht nur jeder einzelnen Person, sondern auch unserem Unternehmen.

Es unterstützt uns zum einen, als attraktiver Arbeitgeber in einem immer umkämpfteren Talentmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben und die besten Köpfe für uns zu begeistern, zum anderen helfen uns vielfältige Betrachtungsweisen dabei, wenn es um die optimale Ausübung und Weiterentwicklung unseres Geschäfts geht. Wir können die verschiedensten Anforderungen besser verstehen, Kundenbedürfnisse eher vorhersehen und somit passgenaue, zukunftsfähige Geschäftsmodelle entwickeln.

Besonders profitiert der Bereich Innovation von gelebter Vielfalt: Viele Studien zeigen, dass heterogene Teams kreativere und erfolgreichere Ergebnisse liefern. Dieses gesteigerte Innovationspotenzial hilft uns wiederum, besser auf die sich wandelnde Arbeitsumgebung vorbereitet zu sein. Gerade bei den immer rasanter einsetzbaren Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) helfen diverse Teams, Bias – also eine unbewusste Voreingenommenheit – zu vermeiden und damit auch mögliche fehlgeleitete Anwendungen der KI.

Nicht zuletzt ist Vielfalt und Inklusion natürlich auch ein wichtiger Aspekt im Sinne der Unternehmensverantwortung. Wir machen uns nicht nur Gedanken über die Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt, sondern seit jeher auch über die Auswirkungen unseres Handelns auf alle Menschen – innerhalb und außerhalb unseres Unternehmens.

Unsere Gründung vor über 155 Jahren basierte auf dem Grundsatz, Menschen, Sachgüter und Umwelt vor den schädlichen Auswirkungen der Technik zu schützen. Dieses Ziel verfolgen wir heute noch. Einer immer komplexer werdenden Welt und interaktiven Technologien müssen wir entsprechend mit einer möglichst vielschichtigen Betrachtung begegnen. Das funktioniert am besten mit möglichst vielfältigen Erfahrungen und gemeinsam in einem Team.

 

Welche Rolle spielt das TÜV SÜD Leadership Team mit Blick auf Inklusion und Diversität am Arbeitsplatz?

Führungskräften kommt hier eine besonders wichtige Rolle zu – sowohl als Vorbilder als auch als Multiplikatoren. Nur was auf Management-Ebene vorgelebt wird, kann in der Breite des gesamten Unternehmens verankert werden.

Unsere Führungskräfte müssen darüber hinaus befähigt sein, vielfältige Teams zu führen – Vielfalt kann auch herausfordernd sein. Um die Vorteile heterogener Teams zu heben, bedarf es guter Führungskompetenz. Soft-Skills und Kommunikationsfähigkeit werden hier zukünftig noch deutlich wichtiger sein.

Wesentlich ist auch, das Problembewusstsein in Bezug auf unbewusste Vorurteile jedes einzelnen Mitarbeitenden zu schärfen. Wir wollen unsere Prozesse weiterentwickeln, um hier Vorgaben zu schaffen, die individuelle Voreingenommenheiten möglichst vermeiden. Das betrifft insbesondere die HR-Prozesse, die einen besonders großen Hebel bei der Förderung von Vielfalt bieten. Dort, wo Bias bzw. unbewusste Stereotype Auswahlentscheidungen beeinflussen können (z.B. Recruiting oder Beförderung), ist es besonders wichtig, dem möglichen Einfluss von Bias entgegenzuwirken. Hier sind auch wieder vor allem die Führungskräfte gefordert, ihre Einstellungen und Entscheidungen genau zu hinterfragen.


Was sind die Prioritäten für Diversität & Inklusion in den nächsten 2 Jahren?

Wir stellen fest, dass eine größere Offenheit da ist und sich in den vergangenen Jahren bereits viel getan hat. Aber wir sehen auch, dass sich Vielfalt noch nicht auf allen Ebenen zeigt bzw. der Wandel teilweise sehr langsam vorangeht (z.B. beim Thema Frauen in Führungspositionen) – damit stehen wir nicht alleine – leider.

Deshalb haben wir uns vorgenommen, die Verbindlichkeit unseres Diversity Managements zu steigern, indem wir konkrete Ziele entwickeln. Im Übrigen nicht nur in Bezug auf Ziele für mehr Frauen in Führungspositionen, sondern auch in andere Dimensionen von Vielfalt. Vielfalt darf kein „nice-to-have“ sein. Wir wollen hier ehrgeiziger und strategischer vorgehen und unsere Entwicklung nachverfolgen, wie wir es auch mit anderen Unternehmenskennzahlen tun.

Um diese Ziele zu erreichen, können und müssen alle TÜV SÜD Gesellschaften, Bereiche und Mitarbeitenden ihren Beitrag leisten. Wir alle sind gefragt, denn Offenheit, Toleranz und Akzeptanz sind auch Aufgabe jedes Einzelnen. Gelebte Vielfalt kann nur gemeinsam gelingen. 

 

Erfahren Sie mehr über die Welt von TÜV SÜD und unsere Diversity-Aktivitäten.

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